Leitperspektive Medienbildung – Grundlagen

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Medienbildung als Schlüsselqualifikation

Medienbildung entwickelt sich zunehmend zu einer zentralen Schlüsselqualifikation, über die junge Menschen verfügen müssen, um sich angemessen in unserer heutigen Mediengesellschaft bewegen zu können. Aufgabe der Erziehungsberechtigten ist es, Kinder und Jugendliche so zu fördern, dass sie sich kompetent und verantwortungsbewusst in der Medienlandschaft bewegen können.

 

Dieser gesellschaftlichen Entwicklung entsprechend ist Medienbildung eine Pflichtaufgabe schulischer Bildung und soll in der Schule nachhaltig verankert werden – so lautet der Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 8. März 2012 zur Medienbildung in der Schule. Er wirkt wegweisend für die in den kommenden Jahren folgenden schulpolitischen Entwicklungen.

 

Die einzelnen Länder haben sich auf den Weg gemacht, diesen Beschluss individuell umzusetzen, und befinden sich in jeweils unterschiedlich weit fortgeschrittenen Umsetzungsphasen. Baden-Württemberg nimmt die Bildungsplanreform 2016 zum Anlass, die Medienbildung erstmals explizit im Unterricht zu verankern: Medienbildung wird als eine von sechs übergeordneten verbindlichen Leitperspektiven im Bildungsplan festgeschrieben.

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Eigenschaften der Leitperspektiven

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Die Leitperspektiven sind nicht einem einzigen Fach zugeordnet, sondern sollen übergreifend in verschiedenen Fächern spiralcurricular behandelt werden. Sie sind nach allgemeinen und themenspezifischen Leitperspektiven klassifiziert: Die allgemeinen Leitperspektiven „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, „Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt“ und „Prävention und Gesundheitsförderung“ stärken die Persönlichkeit und fokussieren die Teilhabe und Gemeinschaftsbildung; die themenspezifischen Leitperspektiven „Berufliche Orientierung“, „Medienbildung“ und „Verbraucherbildung“ unterstützen die Schülerinnen und Schüler, sich in der modernen Lebenswelt zu orientieren.


Die Leitperspektive Medienbildung wird in dem Arbeitspapier zur Verankerung der Leitperspektiven in Form von Kompetenzformulierungen konkretisiert, die als Grundlage für eine spiralcurriculare Verankerung in den einzelnen Fächern dienen. Medienbildung soll die Kinder und Jugendlichen dazu befähigen, selbstbewusst und kompetent den Anforderungen und Herausforderungen der heutigen Mediengesellschaft zu begegnen. Die Jugendlichen sollen Medien sinnvoll, reflektiert und verantwortungsbewusst nutzen und überlegt aus der Medienvielfalt auswählen.

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Felder der Medienbildung und Basiskurs

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Folgende Felder der Medienbildung sollen im schulischen Unterricht fächerintegrativ berücksichtigt werden: „Information und Wissen“, „Produktion und Präsentation“, „Kommunikation und Kooperation“, „Mediengesellschaft", „Medienanalyse“ und „Informationstechnische Grundlagen“. Auch Themen des Jugendmedienschutzes wie informationelle Selbstbestimmung und Datenschutz werden an passender Stelle im Unterricht aufgegriffen.

 

Ein Basiskurs schafft in Klasse 5 die medienbildnerischen Grundlagen, auf denen in den weiteren Schuljahren aufgebaut werden kann. Durch die explizite Verankerung zentraler Themen des Jugendmedienschutzes im Basiskurs und in den einzelnen Fächern schreibt der Bildungsplan nicht nur eine dauerhafte Integration des Lernens mit Medien vor, sondern auch des Jugendmedienschutzes, d.h. des Lernens über Medien.

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