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Dienstliche Nutzung von WhatsApp – nicht für Lehrkräfte

Viele Lehrkräfte nutzen WhatsApp als Kommunikations- und Austauschmöglichkeit mit ihren Schülerinnen und Schülern – was laut Kultusministerium verboten ist. Wie die Stuttgarter Zeitung am 8. Januar 2018 berichtet, nehmen die Beschwerden von Eltern, die sich um den Datenschutz ihrer Kinder sorgen, zu. Das Land Baden-Württemberg versucht Abhilfe zu schaffen. Fehlt eine Alternative zu WhatsApp?

In einer Handreichung des Kultusministeriums aus dem Jahr 2013 wird jegliche dienstliche Kommunikation auf oder mittels Sozialen Netzwerken sowohl zwischen Lehrkräften und Schüler(-inne)n als auch der Lehrkräfte als unzulässig erklärt. Als Alternative wird die Nutzung von verschlüsselten E-Mails genannt. Grund für das Verbot ist, dass die Speicherung der Daten auf US-amerikanischen Servern geschieht, die nicht mit deutschen und europäischen Datenschutzstandards übereinstimmen.

 

Im Jahr 2017 gab es laut Stuttgarter Zeitung doppelt so viele Beschwerden beim Landesamt für Datenschutz wie im Vorjahr. Lehrerinnen und Lehrer nutzen zunehmend die Plattform WhatsApp, um organisatorische Dinge sowie oder Fragen von Schülerinnen und Schülern zu klären. Dies geschieht meist im Einverständnis der Eltern und der Schule. Trotz des Verbots ist es für Lehrkräfte die einfachste und schnellste Möglichkeit mit den Schüler(-inne)n zu kommunizieren: Denn laut der aktuellen JIM-Studie nutzen 88 Prozent der Jugendlichen zwischen zwölf und 19 Jahren WhatsApp.

 

Landeseigene Alternative zu WhatsApp

Eine große Hürde für Alternativen ist auch die Verwendung einer zusätzlichen App, die von den Schüler(-inne)n häufig nicht angenommen wird. Die klassische E-Mail als Alternative läuft teilweise zu umständlich oder bei großen Gruppen zu unübersichtlich ab. Es besteht jedoch die Frage, ob die Inhalte letztendlich generell aus WhatsApp ferngehalten werden können. Viele Klassen haben auch ohne Kenntnis und Einfluss der Lehrkräfte interne Gruppen zwecks Projekt- oder Gruppenarbeiten, die unter den Schüler(-inne)n als Diskussionsplattform dienen. So finden wahrscheinlich auch E-Mails mit Informationen, die eine ganze Klasse betreffen, ihren Weg auf das Soziale Netzwerk.

 

Das Land Baden-Württemberg möchte mit einer eigenen digitalen Bildungsplattform eine Alternative für seine Schulen bieten. Diese umfasst unter anderem eine zentralisierte E-Mail für Lehrkräfte sowie digitale Werkzeuge für den Unterricht und zur Organisation des Schulalltags unter Berücksichtigung der europäischen und deutschen Datenschutzrichtlinien. Geplanter Start ist dabei das Schuljahr 2018/19.

08.01.2018