MediaCulture-Online Blog

01.03.2017 | Stephanie Wössner

Audio- und Radioarbeit in der Schule

Steffen Eifert und Dejan Simonovic; Bild: Christian Reinhold/LMZ

Im Rahmen eines Workshops beim Medienkompetenztag des Stadtmedienzentrums Stuttgart am 22. Februar 2017 drehte sich alles um Audio- und Radioarbeit im Unterricht und bei Projekten. Die Teilnehmer/-innen kamen sowohl von Grund- und weiterführenden Schulen als auch aus dem außerschulischen medienpädagogischen Bereich. Trotz des sehr unterschiedlichen Publikums war für alle etwas dabei. Doch wieso ist Radio eigentlich ein nach wie vor so aktuelles Thema in unserer von Medien geprägten Welt?

Jugendlicher Radiokonsum und Medienbildung

Bild: Pixabay, Lizenz: CC0

Die JIM-Studie 2016 belegt, dass das Radio sich weiterhin sehr großer Beliebtheit unter Kindern und Jugendlichen erfreut. 75% der in der JIM-Studie 2016 befragten Jugendlichen hören täglich oder mehrmals die Woche Radio. Dies dürfte sicherlich darin begründet liegen, dass man mittlerweile auch auf mobilen Endgeräten das Radioprogramm empfangen kann und die Jugend seit jeher musikbegeistert ist – somit ist das Radio für sie auch heute noch alltagsrelevant.


Das Thema Radio als Teil der Leitperspektive Medienbildung ist sowohl in bestimmten Fächern verpflichtend als auch allgemein als ein Baustein der Medienbildung anzusehen. Somit kann Radio- und Audioarbeit spiralcurricular und in allen Stufen erfolgen sowie fächerintegrativ umgesetzt werden. Das Lernen mit und über Medien kann ideal kombiniert werden. Auch ein fächerverbindendes Projekt ist in der Audioarbeit möglich, so können z.B. Gemälde aus der Bildenden Kunst im Musikunterricht vertont werden.

Radioarbeit in der Schule

Bild: Pixabay, Lizenz: CC0

Zu Beginn der Radioarbeit mit Jugendlichen und Kindern sollte auf jeden Fall geklärt werden, dass es private sowie öffentlich-rechtliche Sendestationen gibt und wieso dies der Fall ist. Dies kann ganz einfach spielerisch geschehen, indem man als Ausgangspunkt für die anschließende Diskussion bekannte Radio-Jingles (Erkennungsmelodien) einspielt und zuordnen lässt. Zur Erarbeitung der Daseinsberechtigung von öffentlich-rechtlichen Rundfunkangeboten kann auch beispielsweise das Material von so geht MEDIEN herangezogen werden.


Ob die Radio- und Audioarbeit nur projektweise eingesetzt wird, z.B. um sprechende Bilder im Rahmen einer Unterrichtseinheit zu gestalten, oder ob es sich um längere Projekte wie ein Pausenradio handelt oder um die Sammlung von Interviews und Beiträgen über ein Schuljahr hinweg mit dem Ziel, eine Sendung zum Ende des Schuljahrs zu produzieren, hängt ganz davon ab, wie viel Zeit und Ressourcen zur Verfügung stehen.

Rechtliche Aspekte

Auch rechtliche Aspekte sind in diesem Zusammenhang relevant: So muss bei Veröffentlichung von Beiträgen auf einer Webseite und allgemein im Internet geklärt werden, ob die Musik lizenzfrei ist. Sollte dies nicht der Fall sein, muss die GEMA kontaktiert werden. Gleiches gilt bei Pausenradios und Sendungen, die nicht nur schulintern oder auf der Schulhomepage angehört werden können, sondern bei einem Lokalsender ausgestrahlt werden sollen. Genauere Auskunft hierzu kann Dejan Simonovic vom SMZ Stuttgart geben.

Radioarbeit ganz konkret

Prof. Dr. Thomas Irion und Dejan Simonovic; Bild: Christian Reinhold/LMZ

Bevor am Ende des Workshops noch das Projekt Ohrenspitzer näher erläutert wurde, welches Lehrkräften und Projektleitern Referenten und Kooperationspartner für die Durchführung von Audio- und Radioprojekten zur Seite stellt, hatten die Workshopteilnehmer/-innen Gelegenheit, selbst aktiv zu werden und praktisch tätig zu werden: So wurde erklärt, wie man mit einem Laptop, dem kostenlosen Schneideprogramm Audacity und einem Mikrofon ganz einfach Hörspiele selbst erstellt, wie man Interviews mit einfach zu bedienenden Aufnahmegeräten aufzeichnet und wie man mit einem iPad und der App Garageband verschiedene Instrumente und Sprache auf mehreren Spuren vereinen kann. Natürlich gibt es auch Alternativen für Android. Sowohl iPads als auch Aufnahmegeräte können in der Regel bei den Kreis- und Stadtmedienzentren entliehen werden. Diese Beispiele können aufgrund ihrer Unkompliziertheit bereits in der Grundschule ihren Platz haben.


Weitere Infos zur Audioarbeit bietet der Leitfaden Audio- und Radioarbeit im Unterricht.

 

Schließlich bietet auch das Landesmedienzentrum Informationen zu technischen und pädagogischen Aspekten der Audioarbeit.

 

Zur Übersicht über alle Beiträge des Medienkompetenztags am SMZ Stuttgart gelangen Sie hier.

Audio, Lehrkräfte, MCO_Blog, Medienbildung, Tagungsdokumentation

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