MediaCulture-Online Blog

15.12.2016 | Sascha Schmidt

„so geht MEDIEN“ – Neues Projekt des öffentlich-rechtlichen Rundfunks

Wie entstehen Nachrichten? Wie entlarve ich Lügen im Netz? Wie arbeiten Journalisten? Und warum gibt es eigentlich ARD und ZDF? Diese und weitere Fragen greift das Projekt „so geht MEDIEN“ von ARD, ZDF und Deutschlandradio auf und stellt die Antworten in Form eines Online-Angebots für den Einsatz im Unterricht zur Verfügung.

Förderung der Informationskompetenz

Das Projekt „so geht MEDIEN“ legt den inhaltlichen Schwerpunkt auf die Vermittlung von Informationskompetenz und stellt auf seinem Online-Portal eine Auswahl an Unterrichtsvorschlägen, Infoseiten, Videos und interaktiven Elementen zu einzelnen Themen bereit. Inhaltlich gliedert sich das Angebot in die vier Bereiche „Medien-Basics“, „Stimmt das?“, „ARD & ZDF“ und „Selber Machen“. Im Bereich „Medien-Basics“ finden sich folgende drei Schwerpunktthemen: die Entstehung von Nachrichten, die freie Meinungsäußerung und die Arbeit von Journalisten. Unter „Stimmt das?“ dreht sich alles um Verschwörungstheorien, dem Verbreiten und Erkennen von Falschmeldungen sowie der Quellenkritik. Wie der Name bereits andeutet wird im Bereich „ARD & ZDF“ der öffentlich-rechtliche Rundfunk erklärt und unter „Selber Machen“ finden sich Tutorials zur eigenständigen Videoproduktion sowie ein Rätsel zu den Inhalten des Webangebots.    

Kurze Videos zur Veranschaulichung

Auf nahezu jeder Inhaltsseite des Portals finden sich jeweils ein YouTube-Video sowie ein kurzer Infotext zum entsprechenden Thema. Sämtliche YouTube-Videos wurden eigens für das Portal aufbereitet und haben eine für den Unterricht praktikable Länge von etwa fünf bis zehn Minuten. Die Videos sind professionell produziert und vermitteln die teils komplexen Inhalte auf einem für Schüler/-innen gerechten Niveau. Eine Besonderheit des Angebots liegt darin, dass die Videos auch direkt vom Portal heruntergeladen werden können und somit offline abspielbar sind. Dies dürfte vor allem Schulen mit eingeschränkter Internetanbindung oder -verfügbarkeit in den Klassenräumen entgegenkommen. Je nach Themengebiet sind die Inhalte für Schülerinnen und Schüler zwischen Klasse 6 und 10 ausgelegt. Als erste Anlaufstelle für bestimmte Themenfelder ist ein Einsatz der Materialien aber auch in der gymnasialen Oberstufe denkbar.

Materialien für Lehrkräfte

Lehrkräfte finden auf dem Portal eine Vielzahl an Unterrichtsmaterialien zu den einzelnen Themenbereichen. Hierzu zählen Stundenabläufe, vertiefende Infotexte, weiterführende Links und interaktive Elemente wie Rätsel oder Quiz-Fragen. Sämtliche Materialien und Stundenabläufe sind sowohl direkt auf der Seite einsehbar als auch downloadbar. Interaktive Elemente wie Quiz-Fragen werden dann als Arbeitsblatt im PDF-Format ausgegeben. Die Stundenabläufe enthalten einige sicherlich gut umsetzbare Anregungen für den Unterricht, weisen in ihrer Aufmachung und inhaltlichen Tiefe jedoch eine gewisse Inkonsistenz auf. Teils sind die Vorschläge in ihrer Beschreibung bis hin zu aufgezeigten Fallbeispielen sehr konkret beschrieben, teilweise aber auch sehr offen formuliert. Beispielsweise werden einzelne Phasen in den Unterrichtsvorschlägen zum Thema Meinungsäußerung primär mit Schlagwörtern wie „Diskussionsrunde“ oder „Sicherungsphase“ beschrieben. Auf explizitere Vorschläge, z.B. wie so eine Diskussionsrunde überhaupt aussehen und strukturiert sein kann, wird in diesem Fall nicht eingegangen. Diese offene Form der Unterrichtsanregungen kommt vielen Lehrkräften sicherlich entgegen, andere wünschen sich aber möglicherweise konkretere Umsetzungsbeispiele. Auch ist anzumerken, dass nicht alle in den Unterrichtsvorschlägen beschriebenen und benötigten Materialien direkt auf dem Portal zur Verfügung stehen. Teilweise müssen sich Lehrkräfte selbst um die Erstellung bzw. Anschaffung der Materialien kümmern, so z.B. in den Vorschlägen zum Thema Verschwörungstheorien. Hier wird als Einstiegsphase die Aufstellung einer fiktiven Verschwörungstheorie durch die Lehrkraft vorgeschlagen, während u.a. fingierte Bewegungsprofile der Mobiltelefone der Schüler/-innen als Beweis dienen können. Jene scheinbaren Beweismaterialien müssten bei entsprechendem Einsatz allerdings selbst von der Lehrkraft organisiert bzw. erstellt werden.

 

Die Verwendung der Materialien von „so geht MEDIEN“ im Kontext des Basiskurses Medienbildung in Klasse 5 ist nur bedingt möglich, da die Themen primär für den Einsatz ab Klassenstufe 6 und höher aufbereitet sind. Einzelne Elemente wie die verständlich aufbereiteten Videos können punktuell oder ergänzend aber durchaus genutzt werden. Speziell für den Kompetenzbereich „Information und Wissen“ des Basiskurses Medienbildung bietet sich der Einsatz von Elementen wie beispielsweise der Infoseite zur Entstehung einer Nachricht an.

 

Zum Portal „so geht MEDIEN“ gelangen Sie hier.

 

Unterrichtsmodule zur Informationskompetenz finden Sie auch auf SESAM, zum Beispiel das Modul „Informationskompetenz – richtig suchen im Internet“.

 

Die Umsetzungsbeispiele des LMZ zum Basiskurs Medienbildung finden Sie hier.

Internet / Web 2.0, Lehrkräfte, Smartphone / Tablet

Wiltert, 31.12.2016 um 20:06
Zu den "Fake-News" und wie Nachrichten entstehen hier ein aktueller Hinweis auf 2 Sendungen im DLF:

"Troll-Fabriken" überall:
http://www.deutschlandfunk.de/sorge-vor-falschinformationen-die-russen-haben-begriffen.694.de.html?dram:article_id=373731

Nachrichtendienste verwenden (bewusst ?) Falschmeldungen:
http://www.deutschlandfunk.de/cyberattacken-und-gehackte-router-infrastrukturen-in.684.de.html?dram:article_id=373154
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