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27.10.2016 | Ingrid Bounin

Bildungskongress 2016: Die Schule auf dem Weg ins digitale Zeitalter

Direktor Wolfgang Kraft; Bild: Christian Reinhold/LMZ

„Wir brauchen ein Landeskonzept für eine kompetenzorientierte digitale Bildung in der Schule“. Mit diesen Worten begrüßte Wolfgang Kraft, Direktor des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg (LMZ) die 450 Gäste beim Bildungskongress „Lehren und Lernen im digitalen Zeitalter“ in der Stuttgarter Liederhalle.

Zu einem solchen Konzept gehörten

  • kommunale Medienentwicklungspläne und schulische Medienbildungskonzepte,
  • eine moderne Infrastruktur mit Breitbandanschlüssen und guter technischer Ausstattung von Schulen,
  • qualitativ hochwertige Medien, die lizenzrechtlich sicher und am Bildungsplan orientiert sind,
  • ein landesweites und schulnahes Beratungs- und Unterstützungssystem für Schulen und deren Lehrkräfte,
  • für Schülerinnen und Schüler ein E-Portfolio für den Nachweis erworbener Medienkompetenz,
  • eine verbindliche Verankerung von digitaler Bildung in der Lehreraus- und Fortbildung,
  • eine Evaluation und Fortschreibung des Konzeptes

Bei diesem Katalog gehe das LMZ von der Tatsache einer immer stärkeren Digitalisierung und Mediatisierung der Gesellschaft aus. Dies mache Medienkompetenz zu einer unverzichtbaren Voraussetzung für die berufliche Tätigkeit, für die politische, gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe und für die Bewältigung des Alltagslebens. „In der Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen ist diese Digitalisierung längst angekommen, die systematische Vermittlung eines reflektierten Umgangs damit ist also eine wichtige Schlüsselqualifikation für junge Menschen“, so Wolfgang Kraft.

Bild: Christian Reinhold/LMZ

In seiner Eröffnungsrede stellte der Direktor des LMZ Thesen zum „Lehren und Lernen im digitalen Zeitalter“ vor. Dabei begrüßte er ausdrücklich die großen Anstrengungen des Landes Baden-Württemberg um eine altersgerechte Medienbildung und hob dabei besonders die Verankerung der Medienbildung als Leitperspektive in den neuen Bildungsplänen sowie die Landesinitiative Kindermedienland hervor.

 

Bei der Vorstellung der Thesen betonte er insbesondere die Bedeutung der Bereiche Lernen mit Medien, Lernen über Medien, von urheberechtlich gesicherten Medien für den Einsatz im Unterricht, des Jugendmedienschutz sowie ein notwendiges Beratungs- und Unterstützungssystem. Im Hinblick auf die Grundschule forderte er eine altersgerechte Umsetzung der Medienbildung in den verschiedenen Schularten. „Während in der Grundschule der Erwerb der Grundfertigkeiten Lesen, Rechnen und Schreiben oberste Aufgabe bleibt und Medienbildung dies in vielfältiger Weise unterstützt, ist Medienbildung in den weiterführenden Schulen und im beruflichen Schulwesen für die Vorbereitung auf das Berufsleben und das Bestehen in einer mediatisierten Welt unverzichtbar“.

 

Um die Lehrkräfte in Baden-Württemberg bei der Bewältigung der digitalen Herausforderungen zu unterstützen und ihnen einen zeitgemäßen Unterricht, ein zeitgemäßes Arbeiten, zu ermöglichen, um ihre Kommunikationsmöglichkeiten untereinander, aber auch mit Schülern und Eltern zu verbessern sei die Bereitstellung einer Digitalen Bildungsplattform – wie in der Regierungserklärung ausdrücklich angekündigt – sehr zu begrüßen. „Ziel muss es sein, den Schulen eine verlässliche, schulübergreifende, datenschutzkonforme und dauerhaft verfügbare technische Grundinfrastruktur zur Verfügung zu stellen“, forderte Wolfgang Kraft. Um mit einer solchen Digitalen Bildungsplattform überhaupt arbeiten zu können, sei eine leistungsstarke Breitbandanbindung unverzichtbar.

 

Die Präsentation zu diesem Vortrag finden sie hier.

Der Bildungskongress im Überblick

Direktor Wolfgang Kraft und Staatssekretär Volker Schebesta; Bild: Christian Reinhold/LMZ

Der Bildungskongress „Lehren und Lernen im digitalen Zeitalter“, der kurz nach Inkrafttreten der neuen Bildungspläne stattfand, rückte die Medienbildung insgesamt und die mit den Bildungsplänen verbindlich eingeführte Leitperspektive Medienbildung im Besonderen in den Blick. Er vermittelte zentrale Informationen und praxisnahe Umsetzungsmöglichkeiten der Medienbildung im Unterricht.

 

Im Folgenden erscheinen nach und nach weiterführende Artikel zu den einzelnen Vorträgen des Vormittags:

 

 

 

 

Den Nachmittag des Bildungskongresses leitete Volker Schebesta, Staatssekretär im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, mit seinem Vortrag über Medienbildung an den Schulen ein. Es folgten die Praxisforen:

 

 

Lehrkräfte, Medienbildung, Tagungsdokumentation

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