Media Spots 4: Together as One: interkulturell, integrativ, innovativ

Das Integrationsprojekt „Together as One – interkulturelle Workshops“ vom Jugendmigrationsdienst Lahr bringt Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund zusammen. Der Pädagoge Felix Neumann stellte beim Bildungskongress 2017 ein Geocaching-Projekt vor, bei dem syrische und deutsche Schüler gemeinsam über die App Actionbound eine Rallye entwickelten, die Geflüchteten auf Deutsch, Englisch und Arabisch ein spielerisches Ankommen und Orientieren in Lahr ermöglicht.

 

Neumann stand im vergangenen Jahr vor der Aufgabe, ein Integrationsangebot für Jugendliche mit Flucht- oder Migrationshintergrund zu entwickeln. Die Workshops sollten sprachlich niedrigschwellig sein, sodass sich die Jugendlichen auf Augenhöhe begegnen konnten. Hierfür wurden bereits kreative Tätigkeiten wie Malen oder auch Rap-Projekte umgesetzt.

Per GPS-Rallye die Stadt kennenlernen

Am Stadtrallye-Projekt nahmen zwölf syrische und deutsche Schüler teil. Zum Einsatz kam die App Actionbound, mit der man sozusagen digitale Schnitzeljagden mit Rätseln und Rechercheaufgaben erstellen kann. Über GPS-Koordinaten werden bestimmte Orte definiert, an denen Aufgaben zu lösen sind. Die App ist mittlerweile sehr beliebt und wird in unterschiedlichsten Kontexten eingesetzt. Aufgaben können textbasiert sein, es kann jedoch auch darum gehen, ein Foto hochzuladen oder ein Video aufzunehmen.

 

Thema des „Bounds“, wie die Rallyes in der App genannt werden, war in Neumanns Workshop die Erkundung der Stadt Lahr. So sollte Neubürger(-inne)n die Stadt mit ihren wichtigsten Institutionen nahegebracht werden. Gerade für Jugendliche mit Fluchthintergrund wurde die Rallye dreisprachig, in Deutsch, Englisch und Arabisch erstellt.

 

Die Workshop-Reihe bestand aus fünf jeweils zweistündigen Terminen. Im Auftakt-Workshop ging es zunächst darum, sich gegenseitig sowie die App kennenzulernen. Dazu wurde eine Testrallye durchgeführt. In der Arbeitsphase, die aus drei Terminen bestand, wählten die Teilnehmer/-innen die Orte für die einzelnen Stationen aus. Dazu gab es verschiedene Kategorien wie Sport, Schule und Einkaufen. Dann mussten Aufgaben zu den einzelnen Orten in allen drei Sprachen entwickelt werden. Zudem entwickelten die Teilnehmer gemeinsam ein Logo, dachten sich einen Namen für den Bound aus und machten die nötigen Fotos. Dann ging es an die Programmierung. Beim letzten Termin stand ein Testlauf auf dem Programm, bei dem die Rallye auf etwaige Fehler oder Ungereimtheiten überprüft wurde.

Keine Programmierkenntnisse nötig

Zwölf Orte umfasst die Rallye, man muss etwa in der Mediathek recherchieren, am Kino ein Selfie machen, in einem Café mit der Verkäuferin interagieren oder einen Schatz entdecken. Sie steht nun in der Datenbank von Actionbound zur Verfügung und kann von jedermann benutzt werden.

 

Neumann betonte, dass es wichtig sei, sich genau zu überlegen, wofür man eine solche Rallye in einem Workshop programmiert. Es sollte etwas sein, das auch von anderen sinnvoll genutzt werden kann, da der Aufwand dafür doch recht hoch sei. Besondere Kenntnisse wie etwa Programmiersprachen sind dagegen nicht erforderlich. Die Erstellung der „Bounds“ erfolgt am PC über ein Web-Interface, gespielt wird auf dem Smartphone oder dem Tablet. Wegen der größeren Bildschirme und der dadurch einfacheren Bedienung empfiehlt Neumann den Einsatz von Tablets.

 

Eingesetzt werden kann die App mit Kindern ab zehn Jahren. Sie ist testweise zunächst kostenlos, Lizenzen sind ab 10 EUR zu haben. Neumann empfiehlt eine Gruppengröße von vier bis 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Sind keine Tablets vorhanden, kann man sie sich beispielsweise bei den Stadt- und Kreismedienzentren ausleihen.

 

Wer sich die Rallye von Neumann und seiner Gruppe einmal anschauen möchte, findet sich in der Datenbank von Actionbound und kann sie jederzeit selbst ausprobieren.

Handouts

Felix Neumann: Digitale Integrationsrallye