Sport – Sekundarstufe I – Bildungsplan 2016

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Der folgende Beitrag gibt einen Überblick über die zentralen medienbildnerischen Kompetenzen, die der Bildungsplan 2016 für das Fach Sport in der Sekundarstufe I vorsieht.

Rückblick auf die Bildungspläne 2004 und 2012 – welche Vorarbeit wurde geleistet?

Im Bildungsplan 2004 sind für den Sportunterricht der Realschule keine Inhalte oder Kompetenzen für eine Integration der Medienbildung zu finden.

 

Im Bildungsplan 2012 für den Fächerverbund Musik – Sport – Gestalten der Hauptschule bzw. Werkrealschule sind bereits erste Ansätze für eine Integration der Medienbildung vorhanden, allerdings nicht explizit für den Bereich Sport. In den „Leitgedanken zum Kompetenzerwerb“ wird die „Medienkompetenz“ ebenfalls nicht explizit aufgegriffen. Es wird lediglich im „Kompetenzbereich übergreifende Inhalte“ ein „kreativer und anwendungsbezogener Computereinsatz“ angedeutet (BP 2012, WRS, Fächerverbund Musik – Sport – Gestalten, S. 147).


Die Bereiche der Medienbildung, die im Bildungsplan 2016 mit „Produktion und Präsentation“, „Kommunikation und Kooperation“, „Mediengesellschaft und Analyse“ und „Information und Wissen“ benannt sind, müssen folglich mehr in den Sportunterricht der Sekundarstufe I integriert werden. Eine spiralcurriculare Verankerung über alle Klassenstufen hinweg ist für den Sportunterricht notwendig.

Medienkompetenz und Medienbildung im Sportunterricht ab 2016

Im Bildungsplan 2016 wird in den Leitgedanken zum Kompetenzerwerb die Leitperspektive Medienbildung im Fach Sport insofern aufgeführt, als dass sie immer dort zum Tragen kommt, „wo Medien die Analyse sowie Reflexion von sportlichen Handlungssituationen unterstützen können“ (BP 2016, Sek I, Fach Sport, S. 4).

Medienbildung in den prozessbezogenen Kompetenzen

Die prozessbezogenen Kompetenzen im Fach Sport sind (vgl. S. 13f):


•    Bewegungskompetenz – Koordination und Kondition fördern


•    Personalkompetenz – Kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten


•    Sozialkompetenz – Positive soziale Beziehungen aufbauen und aufrechterhalten


•    Reflexions- und Urteilskompetenz – sportliche Handlungssituationen hinterfragen und beurteilen


Sie sind übergeordnete Elemente des Sportunterrichts. Medienbildung fließt somit indirekt in sämtliche prozessbezogenen Kompetenzen ein. Vor allem bei der Reflexions- und Urteilskompetenz spielt die Medienbildung eine entscheidende Rolle. Schülerinnen und Schüler können „sportliche Handlungssituationen […] analysieren, sich mit ihnen kritisch auseinander […] setzen, sie […] beurteilen und die daraus resultierenden Einsichten für das eigene Handeln nutzen“ (S. 13).

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Medienbildung in den inhaltsbezogenen Kompetenzen

Klassen 5/6

Im Bereich Bewegen an Geräten können die Schülerinnen und Schüler „einfache akrobatische Figuren (z.B. Flieger) paarweise und in der Gruppe ausführen“ (S. 19) und diese beispielsweise in Form von Bild- und Videoaufnahmen reflektieren. Weiterhin sollen die Lernenden „gemeinsam aus Grundtätigkeiten, akrobatischen Elementen und turnerischen Bewegungsfertigkeiten eine Gruppenpräsentation nachgestalten und präsentieren“ (S. 20). Dies kann z.B. durch den Einsatz von Präsentationssoftware wie PowerPoint oder Prezi erfolgen.

Im Bereich Tanzen, Gestalten, Darstellen können Schülerinnen und Schüler „Merkmale von Bewegungsqualität bei anderen erkennen und benennen (z.B. auch medienunterstützt)“ (S. 24).

Klassen 7/8/9

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Im Pflichtbereich Spielen können Schülerinnen und Schüler „Spielsituationen auf Darstellungen (z.B. Foto, Video, Grafik) erkennen und beschreiben“ (S. 32). Sie analysieren diese Medien und leiten daraus Handlungsmöglichkeiten und potentielle Spielzüge ab. Außerdem können sie „Fachbegriffe, Regeln und Taktiken dokumentieren“, z.B. in einem Sportportfolio (S. 32), welches auch digital, z.B. in Form eines Word-Dokuments oder auch eines Blogs vorhanden sein kann.

 

Der Pflichtbereich Laufen, Springen, Werfen umfasst folgende Kompetenzen: Schülerinnen und Schüler können „leistungsbestimmende Merkmale und Fehler bei sich und anderen mit Hilfsmitteln (z.B. Beobachtungskarte, Video) erkennen und benennen“ (S. 35). Hierbei steht die Medienanalyse im Vordergrund. Weiterhin können sie „die eigene Leistungsentwicklung beschreiben und dokumentieren (z.B. durch ein Sportportfolio)“ (ebd.).

 

Schülerinnen und Schüler können ebenfalls „leistungsbestimmende Merkmale und Fehler bei anderen mit Hilfsmitteln (z.B. Beobachtungskarte, Video) erkennen und benennen (S. 37). „Aus Grundtätigkeiten des Turnens [können Schülerinnen und Schüler] akrobatische Elemente in Bewegungsverbindungen gestalten und präsentieren (z.B. Partner- und Gruppenakrobatik, miteinander turnen an Gerätekombinationen und Gerätebahnen)“ (S. 38) (Pflichtbereich Bewegen an Geräten).

 

Im Pflichtbereich Tanzen, Gestalten, Darstellen sollen Schülerinnen und Schüler „sich eine Bewegungskombination einprägen und diese dokumentieren (z.B. einfache Schrittfolgen oder Laufwege“ (S. 41). Sie können außerdem „eine Bewegungsverbindung mit oder ohne Materialien und Handgeräten (z.B. Tücher oder Bälle) umgestalten und in einer Paar- oder Gruppengestaltung präsentieren“ (S. 42). Im Wahlpflichtbereich Tanzen, Gestalten, Darstellen können Schülerinnen und Schüler zusätzlich „Feedback (z.B. Beobachtungskarte, Video) zur Verbesserung der Bewegungsqualität nutzen (S. 57) und „in einer Paar- oder Gruppengestaltung eine Bewegungsverbindung […] entwickeln […]“ (S. 53f).

 

Schülerinnen und Schüler können „ihren konditionellen Entwicklungsprozess [z.B. mit einem Lauftagebuch oder mit Fitness-Apps] wahrnehmen und dokumentieren“ und „schulische und außerschulische Möglichkeiten (auch medialer Art) zur Entwicklung ihrer Fitness einschätzen“ (S. 44f) (Pflichtbereich Fitness entwickeln).

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Klasse 10

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Die Schülerinnen und Schüler können „Bewegungsaufgaben – auch in Gruppen – selbstständig lösen (z.B. auch, um Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlicher Begabung und/oder Voraussetzung mit einzubeziehen)“ (S. 57). Dabei kann die Beschaffung von „Information und Wissen“ sowie die „Kommunikation und Kooperation“ über neue Medien erfolgen.

Insgesamt wird der Medienbildung im Sportunterricht der neuen Bildungspläne der Sekundarstufe I eine wesentlich größere Rolle zugesprochen als noch in den Plänen von 2004 und 2012. Der Fokus liegt dabei vor allem auf der Informationsgewinnung (z.B. zu Bewegungsabläufen, Spielzügen) und der medialen Dokumentation sowie Reflektion eigener Bewegungsabläufe.