Musik – Grundschule – Bildungsplan 2016

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Der folgende Beitrag gibt einen Überblick über die zentralen medienbildnerischen Kompetenzen, die der Bildungsplan 2016 für das Fach Musik in der Grundschule vorsieht.

Ausgewählte Praxisbeispiele samt Materialien für Ihren Unterricht in diesem Bereich befinden sich am Ende des Beitrags. Zahlreiche weitere Materialien, wertvolle Tipps und direkt umsetzbare Unterrichtsideen finden Sie links im Menü unter Pädagogische Praxis.

Rückblick auf den Bildungsplan 2004 – welche Vorarbeit wurde geleistet?

Mit dem Bildungsplan 2016 wird der Fächerverbund Mensch-Natur-Kultur (MeNuK) aufgelöst und die zugehörigen Kompetenzbereiche den eigenständigen Fächern Sachunterricht, Kunst und Werken sowie Musik zugewiesen. Für den Bereich Musik lassen sich im Bildungsplan 2004 verschiedene Anknüpfungspunkte für eine mögliche Integration der Medienbildung finden, wie im Folgenden beispielhaft aufgezeigt werden soll:
„Der aktive Umgang mit Musik führt die Schülerinnen und Schüler zu eigenen Ausdrucksformen und stärkt sie in ihrer Persönlichkeit“ (BP 2004, GS, MeNuK, S. 96).
„Vielseitige musikpraktische Aktivitäten fördern die differenzierte Hörwahrnehmung. Die Arbeit an Rhythmus, Ton, Klang, Dynamik, Tempo und Artikulation bilden eine wichtige Grundlage für den Spracherwerb“ (S. 97).


In den „Leitgedanken zum Kompetenzerwerb“ wird die „Medienkompetenz“ als eigene Kompetenz nicht aufgegriffen, es werden jedoch zahlreiche Möglichkeiten geboten, um Medien einzusetzen. „Bewusst wird der Unterricht zunehmend anwendungs- und problemorientiert, explorativ, aktiv entdeckend und kreativ, themen- und projektorientiert gestaltet“ (S. 98).


Unter „Kompetenzen und Inhalte“ werden für den musikalischen Bereich medienbildnerische Aspekte explizit aufgeführt. Die Schülerinnen und Schüler nutzen Medien zur Informationsentnahme, stellen Medien selbst her und gestalten diese. Sie können „der Darstellung von Menschen in verschiedenen Medien kritisch begegnen“ (S. 104) sowie „Werbung, Mode, Idole und Musik als Vermittler von Trends, Wunschvorstellungen, Werten und Lebensstilen erkennen und einschätzen“ (S. 104). Hier lassen sich somit auch bereits Grundlagen für die mit dem Bildungsplan 2016 neu eingeführte Leitperspektive „Verbraucherbildung“ erkennen.

Der Bildungsplan 2004 schuf alles in allem gute Anknüpfungspunkte für die mit dem BP 2016 verpflichtende, spiralcurriculare Medienbildung, auch wenn er in seinen Forderungen oft wenig konkret blieb. Die Bereiche der Medienbildung, die im Bildungsplan 2016 mit „Produktion und Präsentation“, „Kommunikation und Kooperation“, „Mediengesellschaft und Analyse“ und „Informationstechnische Grundlagen“ benannt sind, wurden folgerichtig noch stärker als bisher in den Musikunterricht der Grundschule integriert. Auch digitale Medien, die heutzutage immer mehr unser gesellschaftliches Leben bestimmen, sollten in der Grundschule stärker Beachtung finden, damit eine spiralcurriculare Verankerung der Medienbildung bereits in der Grundschule beginnen kann.

Medienkompetenz und Medienbildung im Fach Musik ab 2016

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Medienbildung wurde in den Bildungsplänen 2016 erstmals verpflichtend und explizit in den Bildungsplänen der Grundschulen verankert. Da manche Grundschulen zur Einführung des Bildungsplans im Sommer 2016 noch keine ausreichende Medienausstattung haben, enthält der Bildungsplan noch die Einschränkung „sobald Ausstattung vorhanden“. Es gibt aber viele Möglichkeiten, Medienbildung bereits im Hinblick auf eine kommende Medienausstattung zu beginnen.


In den „Leitgedanken zum Kompetenzerwerb“ wird im Bildungsplan 2016 die Medienbildung für die Grundschule folgendermaßen thematisiert:
„Schon in der Grundschule ist die Medienbildung in allen Bereichen von großer Bedeutung. Die Verwendung von digitalen Produktions- und Präsentationstechniken im Unterricht fördert einen altersgemäßen Mediengebrauch – sobald die entsprechenden Medien vorhanden sind . Beim Musikhören und Reflektieren über die Wirkung von Musik werden unterschiedliche Medien (auch digital – sobald vorhanden) und deren Einflussnahme auf die Lebenswirklichkeit der Kinder analysiert“ (BP 2016, GS, Musik, S. 5).

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Medienbildung in den prozessbezogenen Kompetenzen

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Die Leitperspektive Medienbildung in der Grundschule ist in mehreren Bereichen des Musikunterrichts integriert. Unter dem Aspekt „Welt erleben und Wahrnehmen“ wird die Wahrnehmung der Wirkung von Musik beispielhaft angeführt, wenn Schülerinnen und Schüler „sich einem natürlichen oder kulturellen Phänomen zuwenden, darüber staunen und sich darauf konzentrieren“ (S. 9).
Um die „Welt zu erkunden“ durch intuitives als auch planvolles Probieren, Kombinieren und Gestalten, Analysieren, Klären und Deuten (vgl. S. 9), „nutzen [die Lernenden] unterschiedliche Kunstformen, Medien, Materialien und Werkzeuge“ (S. 9). Die Schülerinnen und Schüler können visuelle, haptische und akustische Erfahrungen, Lernwege, Prozesse und Erkenntnisse in geeigneter Form dokumentieren, auch digital – sobald Medien vorhanden (S. 9).


Um zu „kommunizieren und sich zu verständigen“ nutzen die Schülerinnen und Schüler „verschiedene Arten und Methoden der Kommunikation (zum Beispiel Stimme, Mimik, Gestik, Bewegung, Klang, Sprache, Notation, Schrift, digital – sobald Medien vorhanden) […], sie können Medien zur Präsentation von Erkenntnissen und Ergebnissen nutzen (zum Beispiel Plakate, Hörtagebücher, Instrumente, digitale Medien – sobald vorhanden)“ (S. 10).
Auch im Bereich „Reflektieren und sich positionieren“ wird verlangt, sein Verhalten hinsichtlich eigener Gestaltungsmöglichkeiten reflektieren zu können. Beispielhaft wird an dieser Stelle die Aufnahme musikalischer Präsentationen auf Datenträger zur konstruktiven Weiterarbeit genannt (vgl. S. 11).

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Medienbildung in den inhaltsbezogenen Kompetenzen

Klassen 1/2

In den ersten beiden Schuljahren werden (digitale) Medien hauptsächlich zur Unterstützung von Lernprozessen genutzt – zum Beispiel um die Merkfähigkeit von Liedern zu unterstützen (vgl. S. 14).
Medien werden auch genutzt, um „ihr Wissen und ihre Spielfertigkeiten im Hinblick auf instrumentales Musizieren“ (S. 16) zu erweitern. Hier wird vor allem der Bereich „Produktion und Präsentation“ genannt in Bezug auf das Präsentieren verschiedener Instrumente, aber auch deren Bau, Spielweise und Klang. Auch beim eigenen Musizieren und Improvisieren können und sollen Medien zum Einsatz kommen.
Eine Aufnahme des eigenen Musizierens unterstützt dessen Reflexion, sobald die entsprechenden technischen Voraussetzungen vorhanden sind.


Im Bereich „Medienanalyse“ werden Medien genutzt, um „Musik vergangener und gegenwärtiger Epochen, Stilrichtungen und Kulturen in ihrer Unterschiedlichkeit wahrnehmen und dabei Gefühle und Stimmungen erfassen“ (S. 17) zu können.
Funktionen von Musik im Umfeld der Kinder und deren Auswirkung auf die eigene Person sind dem Bereich „Mediengesellschaft“ der Leitperspektive Medienbildung zugeordnet, bieten aber zugleich auch einen wichtigen Anknüpfungspunkt für die Leitperspektive Verbraucherbildung.

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Klassen 3/4

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Wie bereits in den Klassen 1 und 2 wird dem gemeinsamen Musizieren auch in den Klassenstufen 3 und 4 ein wichtiger Stellenwert eingeräumt. Dabei wird das gemeinsame Musizieren und Begleiten mit elektronischen Medien unterstützt, zur Produktion und Präsentation auf Datenträger aufgenommen, Arbeitsergebnisse werden digital dokumentiert und präsentiert, sobald die technischen Voraussetzungen dies zulassen.
„Die Wirkung von Musik auf die eigene Person [zu] erkennen, reflektieren und verbal und nonverbal aus[zu]drücken wird dem Bereich Medienanalyse zugeschrieben“ (S. 27). „Musik als Träger von Botschaften und Emotionen in Filmen und Werbespots wahr[zu]nehmen und [zu] interpretieren“ (S. 27) stellt ebenfalls ein wichtiges Thema in der Medienanalyse und im Jugendmedienschutz dar. Auch hier findet sich ein wichtiger Anknüpfungspunkt zum Bereich „Alltagskonsum“ innerhalb der Leitperspektive „Verbraucherbildung“. Ihr Wissen über „Einzelheiten aus dem Leben und Wirken von Komponistinnen und Komponisten“ (S. 28) sollen sich die Schülerinnen und Schüler – sobald vorhanden – auch über eine Internetrecherche aneignen.


Insgesamt werden Medien im Musikunterricht der Grundschule insbesondere als Analysequelle (z.B. für die musikalische Ausmalung von Emotionen in Filmen) genutzt und um die Merkfähigkeit von Liedern zu unterstützen.

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Ausgewählte Praxisbeispiele

Unterrichtsidee: Komponistenporträt mit Fotostory

Musik, Klasse 3–4, GS: Zu einem Komponisten werden in Gruppenarbeit Infos und Bilder zusammengestellt. Die Ergebnisse werden audiovisuell präsentiert.weiterlesen

Weitere Anregungen für die pädagogische Praxis