Gemeinschaftskunde – Sekundarstufe I – Bildungsplan 2016

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Der folgende Beitrag gibt einen Überblick über die zentralen medienbildnerischen Kompetenzen, die der Bildungsplan 2016 für das Fach Gemeinschaftskunde in der Sekundarstufe I vorsieht.

Ausgewählte Praxisbeispiele samt Materialien für Ihren Unterricht in diesem Bereich befinden sich am Ende des Beitrags. Zahlreiche weitere Materialien, wertvolle Tipps und direkt umsetzbare Unterrichtsideen finden Sie links im Menü unter Pädagogische Praxis.

Rückblick auf die Bildungspläne 2004 und 2012 – welche Vorarbeit wurde geleistet?

Der Gemeinschaftskundeunterricht hat in Hinblick auf die Integration der Medienbildung mit die Bildungspläne 2004 bzw. 2012 bereits gute Vorarbeit geleistet. In den „Leitgedanken zum Kompetenzerwerb“ der Hauptschule wird im Fächerverbund WZG (Welt – Zeit – Gesellschaft) die Medienkompetenz dahingehend gefördert, dass die Schülerinnen und Schüler elektronische Medien als Beitrag zur Informationstechnischen Grundbildung und Medienerziehung nutzen (BP 2012, WRS, WZG, S. 133).


Im Fächerverbund WAG (Wirtschaft – Arbeit – Gesundheit) werden Aspekte der Medienerziehung bei den fachspezifischen Zugangsweisen berücksichtigt. Diesbezüglich nutzen die Schülerinnen und Schüler neue Medien zur Informationsbeschaffung, -verarbeitung sowie zur Ergebnispräsentation (BP 2012, WRS, WAG, S. 115).
Im Bildungsplan der Realschule wird im Fächerverbund EWG (Erdkunde – Wirtschaftskunde – Gemeinschaftskunde) die „Medienkompetenz“ explizit thematisiert: Die Schülerinnen und Schüler nutzen alltagsrelevante Medien als Informations-, Kommunikations-, Lern- und Ausdrucksmittel. Außerdem wird das Lernen mit und über Medien auch unter „Kompetenzen und Inhalte“ insbesondere in Hinblick auf die Bedeutung der Massenmedien für die Gesellschaft aufgegriffen.
Der Gemeinschaftskundeunterricht hat folglich wesentliche Bereiche der Medienbildung bereits 2004 und 2012 im Unterricht verankert und in Hinblick auf die Medienbildung die letzten Jahre solide Grundlagen geschaffen. Eine spiralcurriculare Verankerung über alle Klassenstufen hinweg ist also für den Gemeinschaftskundeunterricht in vielen Bereichen gut umzusetzen.

Medienkompetenz und Medienbildung im Gemeinschaftskundeunterricht ab 2016

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Gemeinschaftskunde nimmt auch in den neuen Bildungsplänen bei der Vermittlung von medienbildnerischen Aufgaben eine bedeutende Rolle ein. Insbesondere das Lernen über Medien, das in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat, findet in der Gemeinschaftskunde eine natürliche Heimat, denn die Wirkungsweisen von Medien lassen sich im Gemeinschaftskundeunterricht hervorragend thematisieren. Daher sind im Gemeinschaftskundeunterricht der weiterführenden Schulen alle Felder der Medienbildung vertreten, d.h. „Information und Wissen“, „Produktion und Präsentation“, „Kommunikation und Kooperation“, „Mediengesellschaft“ und „Grundlagen digitaler Medienarbeit“.  


In den „Leitgedanken zum Kompetenzerwerb“ wird die Medienbildung im Bildungsplan 2016 für die Sekundarstufe folgendermaßen thematisiert: Elementarer Bestandteil des Gemeinschaftskundeunterrichts ist „die Auseinandersetzung mit Entwicklungen, Chancen und Problemen der Mediengesellschaft“ (BP 2016, Sek I, Gemeinschaftskunde, S. 4). Zudem ermöglichen Medien umfassende Recherchen, prägen den politischen Diskurs und vermitteln zwischen den Bürgern und der Politik. Im Bereich des Datenschutzes stellen sie die Gesellschaft aber auch vor neue Herausforderungen (vgl. ebd.).

Medienbildung in den prozessbezogenen Kompetenzen

Laut prozessbezogener Kompetenzen des Faches Gemeinschaftskunde soll in Hinblick auf den medienbildnerischen Kompetenzbereich „Information und Wissen“ die Recherchearbeit vertieft werden. Dies geschieht, indem die Schülerinnen und Schüler selbständig fachspezifische Informationen beschaffen und bewerten(vgl. S. 5).
Die „Produktions- und Präsentationsfähigkeit“ wird ebenfalls geschult: Bei der Nutzung neuer Medien beachten die Schülerinnen und Schüler die Grundsätze des Datenschutzes und der informationellen Grundbildung. Die Lernenden sollen produkt-, rollen- bzw. adressatenorientierte Texte gestalten, wofür auch digitale Medien genutzt werden könnten (vgl. ebd.).

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Medienbildung in den inhaltsbezogenen Kompetenzen

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Im Bildungsplan 2004 war der „Umgang mit Massenmedien“ in einer demokratischen Gesellschaft als inhaltlicher Schwerpunkt des Gemeinschaftskundeunterrichts verankert. Der Begriff der „Massenmedien“ ist im Kontext der digitalen Medien und der veränderten Informationsbeschaffung ganz anders zu sehen und auch zu diskutieren.  Dies geschieht im Bildungsplan 2016 zum einen durch den inhaltlichen Schwerpunkt „Leben in der Medienwelt“ (S. 16). Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten, wie ein verantwortungsbewusster Umgang mit persönlichen Daten aussehen kann, welche rechtlichen Grundlagen zum Schutz persönlicher Daten existieren und wie mediale Darstellungen Jugendliche beeinflussen können.
Dem politischen Kontext wird man im Bildungsplan 2016 ebenfalls gerecht: So werden die Auswirkungen digitaler Medien auf die politische Willensbildung beschrieben und die Aufgaben der Medien in einer demokratischen Gesellschaft genannt (vgl. S. 31f).

Klassen 7/8/9

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Die Standards für inhaltsbezogene Kompetenzen im Fach Gemeinschaftskunde in den Klassen 7/8/9 legen den thematischen Schwerpunkt auf das Lernen über Medien. Übergeordnet stehen die Themen Datenschutz, Persönlichkeitsrechte und der Einfluss medialer Darstellungen auf Jugendliche im Mittelpunkt.
Die Schülerinnen und Schüler beschreiben und erläutern hierzu anhand von Fallbeispielen Chancen (Information, Kommunikation, Unterhaltung) sowie Risiken (u.a. Verletzung von Persönlichkeitsrechten, Sucht) der eigenen Internetnutzung (vgl. S. 16). Hierbei werden auch Kenntnisse über rechtliche Regelungen zum Schutz von personenbezogenen Daten vermittelt (Datenschutz, Recht am eigenen Wort und Bild) (ebd.).


Um einen Einblick in die Einflüsse medialer Darstellungen zu erhalten, beschreiben die Schülerinnen und Schüler die Entstehung einer Nachricht und vergleichen die Darbietung eines Ereignisses in unterschiedlichen Medien hinsichtlich der Kriterien Umfang, Sachlichkeit, Aufmachung und Rezipienten. Mit Hilfe eines Beispiels wird der konkrete Einfluss medialer Inhalte auf Jugendliche dargestellt und erläutert (u.a. Gewaltdarstellungen, Vermittlung von Schönheitsidealen) (vgl. S. 16f).


In Hinblick auf den politischen Willensbildungsprozess erkennen die Schülerinnen und Schüler die Bedeutung der Medien für eine demokratische Gesellschaft und die Auswirkung digitaler Medien auf die politische Willensbildung (z.B. über Soziale Netzwerke) (vgl. S. 31). Überdies beschreiben die Lernenden die Aufgaben der Medien in einer demokratischen Gesellschaft (Information, Agenda-Setting, Meinungsbildung, Kritik und Kontrolle) und erläutern die Bedeutung der Pressefreiheit für eine Demokratie (vgl. S. 32).

Klasse 10

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In Klasse 10 finden sich nur bedingt Standards für inhaltsbezogene Kompetenzen in Hinblick auf die Medienbildung. So fordert der Themenbereich „Die Europäische Union“ die Auseinandersetzung mit länderübergreifenden Herausforderungen in der EU anhand eines vorgegebenen Beispiels. Mit der Digitalisierung als eines der aufgeführten Beispiele und Themen wie dem Datenschutz bieten sich hier Anknüpfungspunkte für medienbildnerische Inhalte (vgl. S. 41).

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Ausgewählte Praxisbeispiele

Unterrichtsmodul: Verleumdung von Flüchtlingen

Gemeinschaftskunde, Klasse 9–12, Sek I/Gym: Der pauschale Vorwurf, Nachrichten einflussreicher Medien seien manipuliert („Lügenpresse“) hält einer genaueren Nachprüfung nicht stand. Solche Thesen dienen eher dazu, Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen.weiterlesen

Unterrichtsidee: The Big Four

Gemeinschaftskunde, Sek I/GY:Wenige Anbieter dominieren den Markt. Ausgehend von dem hr2-Hörspiel „Krieg der Welten – wer beherrscht das Netz?“ werden die Unternehmen Apple, Google, Amazon und Facebook unter die Lupe genommen.weiterlesen

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