Französisch – Gymnasium – Bildungsplan 2016

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Der folgende Beitrag gibt einen Überblick über die zentralen medienbildnerischen Kompetenzen, die der Bildungsplan 2016 für das Fach Französisch im Gymnasium als erste Fremdsprache vorsieht.

Ausgewählte Praxisbeispiele samt Materialien für Ihren Unterricht in diesem Bereich befinden sich am Ende des Beitrags. Zahlreiche weitere Materialien, wertvolle Tipps und direkt umsetzbare Unterrichtsideen finden Sie links im Menü unter Pädagogische Praxis.

Rückblick auf den Bildungsplan 2004 – welche Vorarbeit wurde geleistet?

Im Bildungsplan 2004 sind für den Französischunterricht des Gymnasiums bereits erste Ansätze für eine Integration der Medienbildung zu finden. In den „Leitgedanken zum Kompetenzerwerb“ wird die „Medienkompetenz“ als eigene Kompetenz aufgegriffen. So soll die „Nutzung moderner Technologien“ auf allen Klassenstufen gefördert werden, „um den Lernprozess möglichst effizient zu gestalten“ (BP 2004, Gym, Französisch, S. 129). Auch unter „Kompetenzen und Inhalte“ werden für den Französischunterricht medienbildnerische Aspek-te thematisiert. Das Lernen mit und über Medien spielt ebenso wie im Englischunterricht auch im Fach Französisch durchaus eine Rolle. Grundsätzlich kommen Filme, Fernsehsendungen, Videoaufnahmen und –mitschnitte sowie Tonträger mit Tonaufnahmen zur Verbesserung des „Hör- und Hör-/Sehverstehens“ zum Einsatz (S. 130ff.). Außerdem werden medienbildnerische Fertigkeiten im Bereich der „Medienkompetenz und Präsentation“ schon ab 2004 explizit aufgeführt: Neben der Nutzung von Textverarbeitungs- und Präsentationsprogrammen erwerben die Schüler/-innen auch die Fähigkeit, mit Lernsoftware zu arbeiten und Internetrecherche zu betreiben. Zudem sollen die modernen Medien mit zunehmendem Lernfortschritt in immer komplexerer Form zur Kommunikation eingesetzt werden (S. 130 – 144).

Der Französischunterricht im Gymnasium hat ebenso wie der Englischunterricht die Medienbildung bereits im Rahmen des Bildungsplans 2004 im Unterricht verankert und die letzten Jahre solide Grundlagen gelegt. Insgesamt ist eine spiralcurriculare Verankerung der Medienbildung über alle Klassenstufen hinweg für den Französischunterricht vergleichsweise leicht umzusetzen. Wer die Vorgaben zur Medienbildung im Bildungsplan 2004 beherzigt hat, konnte für 2016 Vorerfahrungen sammeln, auf die sich nun weiter aufbauen lässt.  

Medienkompetenz und Medienbildung im Französischunterricht ab 2016

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In der weiterführenden Schule wird der Medienbildung im Französischunterricht insgesamt ein wichtiger Stellenwert eingeräumt. Dementsprechend sind im Bildungsplan 2016 nahezu alle Felder der Medienbildung einbezogen: „Produktion und Präsentation“, „Information und Wissen“, „Kommunikation und Kooperation“ sowie „Mediengesellschaft und -analyse“. Lediglich die „informationstechnischen Grundlagen“ sind nicht explizit im Fach Französisch zu finden. Außerdem ist die fremdsprachenspezifische „Text- und Medienkompetenz“ verbindlicher Teil des Französischunterrichts, die in den Klassen 5 bis 10 spiralcurricular verankert ist. Darüber hinaus verbindet das zur Leitperspektive Verbraucherbildung gehörende Feld „Medien als Einflussfaktoren“ Verbraucher- und Medienbildung im Sinne des Lernens über Medien.


In den „Leitgedanken zum Kompetenzerwerb“ wird im Bildungsplan 2016 der Leitperspektive Medienbildung für das Gymnasium ein wichtiger Stellenwert eingeräumt (BP 2016, Gym, Französisch, S. 3). Grundsätzlich spielt diese eine wichtige und unterstützende Rolle für den Spracherwerb. Übergeordnetes Ziel des modernen Fremdsprachenunterrichts ist „die Ausbildung der interkulturellen kommunikativen Kompetenz“ (S. 4). Dem Erreichen dieses Ziels ist eben die Ausbildung der bereits erwähnten fremdsprachenspezifischen, inhaltsbezogenen „Text- und Medienkompetenz“ zuträglich. Text- und Medienkompetenz bedeutet, dass „die Lernenden die Fähigkeit erwerben, Texte zu strukturieren und zu analysieren, sie zu reflektieren und zu bewerten beziehungsweise neu zu gestalten“ (S. 5). Zugrunde liegt hier ein erweiterter Textbegriff: Als Texte werden „alle mündlichen, schriftlichen und visuellen Produkte in ihrem jeweiligen kulturellen und medialen Kontext verstanden, die analog und digital vermittelt werden.“ (S. 5). Die Schüler/-innen sollen zudem im Internet zielgerichtet recherchieren und Informationen auswerten und Texte „kritisch zu ihrem medialen Umfeld in Beziehung […] setzen.“ (S. 5) Erwähnt wird auch die Möglichkeit, frankophonen Sprechern auf der Basis digitaler Medienplattformen zu begegnen, wie „zum Beispiel eTwinning“ (S. 8) (Initiative der Europäischen Kommission zur Vernetzung von Schulen). Dass sich digitale Medien dazu eignen, rezeptive, produktive und damit letztendlich sprachliche Kompetenzen „individualisierend und binnendifferenziert“ zu festigen, wird im Bildungsplan 2016 explizit erwähnt (S. 9).

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Medienbildung in den prozessbezogenen Kompetenzen

Die prozessbezogenen Kompetenzen des Faches Französisch im Bildungsplan 2016 gliedern sich in (1) Sprachbewusstheit und (2) Sprachlernkompetenz. Medien sollen zur Entwicklung und Erweiterung der (2) Sprachlernkompetenz Begegnungen in der Fremdsprache ermöglichen (z.B. über Email-Projekte oder Austauschprogramme) und weitgehend selbständig eingesetztes Hilfsmittel sein. Im Bereich der Sprachbewusstheit (1) spielen medienbildnerische Aspekte keine Rolle (BP 2016, Gym, Französisch, S. 14).

Medienbildung in den inhaltsbezogenen Kompetenzen

Die Standards für inhaltsbezogene Kompetenzen im Bildungsplan 2016 für das Fach Französisch am Gymnasium umfassen folgende Kompetenzbereiche:

  • Soziokulturelles Orientierungswissen/Themen
  • Interkulturelle kommunikative Kompetenz
  • Funktionale kommunikative Kompetenz mit den Teilbereichen

o    Hör-/Hörsehverstehen
o    Leseverstehen
o    Sprechen
o    Schreiben
o    Sprachmittlung
o    Verfügen über sprachliche Mittel

  • Text- und Medienkompetenz

Die Medienbildung (MB) ist in allen Klassenstufen vorrangig in der „Text- und Medienkompetenz“ verankert, darüber hinaus aber auch in den Kompetenzbereichen „Sprechen – zusammenhängendes monologisches Sprechen“ und  „Schreiben“. Des Weiteren bleiben die klassischen Domänen des Fremdsprachunterrichts wie die Entwicklung des Hör-/Hörsehverstehen mit „authentischen Hör-/Hörsehtexten“ bzw. Clips, Kurzfilmen und Filmsequenzen im Bildungsplan 2016 im Bereich „Funktionale kommunikative Kompetenz“ erhalten und werden ebenfalls spiralcurricular ausgebaut, ohne stets explizit als zur Leitperspektive Medienbildung zugehörend ausgewiesen zu sein. Damit wird im Französischunterricht sowohl dem Lernen mit Medien als auch dem Lernen über Medien eine bedeutende Rolle eingeräumt. Die Medienbildung liefert also einen zum Spracherwerb wichtigen Beitrag und hält vermehrt Einzug in den Unterricht. Auch der Filmbildung wird im Fach Französisch insgesamt ein großer Stellenwert eingeräumt.

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Klassen 5/6

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In den ersten beiden Jahren werden wichtige Grundlagen für den Erwerb der französischen Sprache und Kultur gelegt. Entsprechend werden in den „Standards für inhaltsbezogene Kompetenzen“ im Fach Französisch in den Klassen 5/6 sowohl das Lernen über Medien als auch das Lernen mit Medien berücksichtigt, so beispielsweise in einer der klassischen Domänen des Fremdsprachenunterrichtes, nämlich im Rahmen der „funktionale[n], kommunikative[n] Kompetenz“ im Bereich „Hör-/Hörsehverstehen“ (Verständnis medial vermittelter Gespräche bzw. Hör-/Hörsehtexte, S. 16). Zudem sollen die Schüler in die Lage versetzt werden, beispielweise E-Mails und Kurznachrichten zu verfassen (Kompetenzbereich „Schreiben“) (S. 19) und „visuelle und auditive Hilfen gegebenenfalls unter Anleitung zur Aussprach [zu] nutzen“ (z.B. Tonträger) (S. 23).


In Klasse 5/6 spielt der medienbildnerische Bereich „Kommunikation und Kooperation“ im Rahmen des Text- und Medienkompetenzerwerbs eine wichtige Rolle: Die Schülerinnen und Schüler sollen in der Lage sein, „ausgewählte Medien – auch digitale – u.a. zur Kommunikation [zu] nutzen.“ (S. 24).
Empfehlenswert ist es in jedem Fall, die Möglichkeiten des (digitalen) Medieneinsatzes bereits in den unteren Klassenstufen zu nutzen. Die Nähe zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler wirkt sich motivierend aus und Medien bieten viele Sprech- und Schreibanlässe.

Klassen 7/8

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Das Lernen mit Medien und das Lernen über Medien werden im Sinne eines spiralcurricular aufgebauten Kompetenzerwerbs in den Klassen 7 und 8 aufgegriffen und ausgebaut. Das Lernen mit Medien setzt sich im Bereich des „Hör- und Hörsehverstehen“ als Grundlage zum Erwerb sprachlicher und kultureller Fähigkeiten in 7/8 fort: Die Schülerinnen und Schüler können beispielsweise medial vermittelte Alltagsgespräche in „ihren zentralen Aussagen“ und „authentische Filmsequenzen über vertraute Themen global verstehen, wenn das Bild-Text-Verhältnis überwiegend redundant ist.“ (BP 2016, Gym, Französisch, S. 26).


Des Weiteren sollen die Schüler/-innen im Kompetenzbereich „Sprechen“ „ein vertrautes Thema in Grundzügen unter Verwendung einfacher Vortrags- und Präsentationstechniken darstellen“ (S. 34), was dem medienbildnerischen Bereich „Produktion und Präsentation“ entspricht.
Im Kompetenzbereich „Schreiben“ sollen die Schülerinnen und Schüler „Hilfsmittel – auch digitale – zum Verfassen und Überarbeiten von eigenen Texten verwenden (u.a. digitale Nachschlagewerke)“ (S. 30). Beim Verfassen einfacher persönlicher und standardisierter formeller Korrespondenz wie E-Mails oder Kurznachrichten wird das „Schreiben“ ebenfalls mit dem Lernen über Medien verbunden (S. 29).
Der Kompetenzbereich „Text- und Medienkompetenz“ vervollständigt schließlich die medienbildnerischen Fähigkeiten beim Französischlernen in den Klassen 7 und 8, indem die Schülerinnen und Schüler angehalten sind, grundsätzlich „ausgewählte Medien – auch digitale – sowie die durch sie vermittelten Inhalte [zu] nutzen.“ (S. 34). In den Fokus rückt hier in Klasse 7/8 auch die Filmbildung, indem z.B. im Unterricht mit Filmausschnitten gearbeitet werden soll, wenn es darum geht, sich die Fähigkeit zu erwerben, „gehörte und gesehene Informationen aufeinander [zu] beziehen und in ihrem Zusammenhang [zu] verstehen.“ (S. 34). Das Präsentieren von Arbeitsergebnissen „mit geeigneten Medien - auch digitalen“ wird ebenfalls erwartet (S. 34).

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Klassen 9/10

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In den Klassen 9 und 10 nimmt die Fähigkeit, selbstständig mit komplexeren Texten und Medienprodukten umzugehen und diese kritisch zu reflektieren, einen höheren Stellenwert ein. Vor allem die Medienanalyse gewinnt zunehmend an Bedeutung, da es sich hierbei um eine grundlegende Fähigkeit handelt, um sprachliche und kulturelle Phänomene zu deuten. Zudem fördern die dabei erworbenen Kompetenzen auch die eigene Text- und Medienproduktion, die ebenso wie die sprachliche Überarbeitung der eigenen Produkte zunehmend im Fokus des Französischunterrichtes im Gymnasium stehen.
Im Sinne eines erweiterten Textbegriffes soll das Verständnis für den französischen Kulturraum u.a. über das Lernen mit Medien aufgebaut werden, beispielsweise mit „journalistische[n] Dokumente[n] aus verschiedenen Medien“. (BP 2016, Gym, Französisch, S. 36).
Das Lernen mit Medien setzt sich in den klassischen Bereichen des Fremdsprachenunterrichts als Grundlage zum Erwerb sprachlicher und kultureller Fähigkeiten auch in Klassenstufe 9/10 fort: 
Im Kompetenzbereich „Hör- und Hörsehverstehen“ sollen zentrale und auch ausgewählte Einzelinformationen aus Hör- und Hörsehtexten (u.a. auch Filmsequenzen, Clips, Kurzfilmen) entnommen werden (S. 36).
Des Weiteren sollen die Schüler im Kompetenzbereich „Sprechen“ „ein vertrautes Thema zusammenhängend und strukturiert darstellen sowie begründet kommentieren und dabei „geeignete Vortrags- und Präsentationstechniken nutzen […]“ (S. 39). Auch hier werden folglich die Grundlagen der in 5/6 und 7/8 erworbenen medienbildnerischen Kompetenz „Produktion und Präsentation“ aufgegriffen und ausgebaut.

 

Der spiralcurriculare Aufbau des Bildungsplanes im Fach Französisch wird mit Blick auf die Verankerung der Medienbildung auch im Kompetenzbereich „Schreiben“ deutlich:  Aufgegriffen wird die bereits in 7/8 erworbene Fähigkeit „Hilfsmittel – auch digitale – zum Verfassen und Überarbeiten von eigenen Texten [zu] verwenden (u.a. digitale Nachschlagewerke)“ (S. 40). Das Verfassen von Texten persönlicher, aber auch standardisierter formeller Natur wird komplexer: Zu den E-Mails kommen in 9/10 nun Blogeinträge hinzu und auch die berufsbezogenen Kompetenzen sollen mit dem Erlernen von Formaten wie „Informationsanfragen, Bewerbungsschreiben und Lebenslauf“ weiter ausgebaut werden (S. 40).
Der Kompetenzbereich „Text- und Medienkompetenz“ vervollständigt schließlich die medienbildnerischen Fähigkeiten beim Französischlernen auch in den Klassen 9 und 10. Die Schülerinnen und Schüler sind weiterhin angehalten, „ausgewählte Medien – auch digitale – sowie die durch sie vermittelten Inhalte [zu] nutzen“ (S. 46). Hinzu kommt nun die Fähigkeit, diese auch „kritisch [zu] kommentieren“. Beispielhaft angeführt werden die „Internetrecherche für ein Praktikum oder einen Ferienjob im frankophonen Ausland“ (S. 46).

 

Zusätzlich hält in den Klassen 9/10 die Leitperspektive Verbraucherbildung Einzug (VB: „Medien als Einflussfaktoren“), indem der Blick auf die Rolle der Medien als mögliche Einflussfaktoren geschult werden soll (S. 46). Sichtbar wird dies auch am Beispiel „Werbung“, woran Schülerinnen und Schüler beispielhaft „einfache sprachliche, optische und akustische Gestaltungsmittel erkennen, benennen“ und vor allem auch deren Wirkung erklären sollen (S. 45).  Die Filmbildung wird weiter vertieft, indem im Unterricht nun beispielweise mit „Spielfilmsequenzen“ gearbeitet werden soll, wenn es darum geht, sich die Fähigkeit zu erwerben, „gehörte und gesehene Informationen aufeinander [zu] beziehen und in ihrem Zusammenhang [zu] verstehen.“ (S. 57). Das Gestalten und Präsentieren von Arbeitsergebnissen „mit geeigneten Medien - auch digitalen“ wird ebenfalls erwartet (S. 34).
Wie in der Einleitung bereits erwähnt gewinnt die Medienanalyse zunehmend an Bedeutung. Sichtbar wird dies daran, dass zur Text- und Medienkompetenz nun auch gehört, sich Strategien und Methoden beim Umgang mit Texten zu bedienen, nämlich „Hilfsmittel, Techniken und Methoden zum vertieften sprachlichen, inhaltlichen, textuellen und medialen Verstehen und Produzieren von Texten gegebenenfalls unter Anleitung [zu] verwenden.“ (S. 57).

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Klassen 11/12

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In der Kursstufe werden die in den Vorjahren erworbenen Kompetenzen der Medienbildung vertieft und nochmals erweitert. Erlernte Strategien und Methoden tragen über das Abitur hinaus zum lebenslangen Fremdsprachenlernen und zur Handlungsfähigkeit in interkulturellen Situationen bei. Dementsprechend werden in den Klassen 11 und 12 neben dem „Hör-/Hörsehverstehen, „Leseverstehen“ und den „sprachliche[n] Mitteln“ (Wortschatz, Grammatik sowie Aussprache und Intonation) auch im Fach Französisch vor allem die „Text- und Medienkompetenz“ vertieft. Die Fähigkeit, selbstständig mit komplexeren Texten und Medienprodukten umzugehen und diese kritisch zu reflektieren, wird weiter gepflegt. In strategisch und methodischer Hinsicht gewinnt die Medienanalyse mit zunehmendem Lernfortschritt an Bedeutung: „Hilfsmittel, Techniken und Methoden zum vertieften sprachlichen, inhaltlichen, textuellen und medialen Verstehen und Produzieren von Texten“ sollen „gegebenenfalls unter Anleitung“ verwendet werden. (BP 2016, Gym, Französisch,  S. 57). Wie in den Klassen 9 und 10 soll das Verständnis für den französischen Kulturraum u.a. über das Lernen mit Medien ausgebaut werden, woran der spiralcurriculare Aufbau des Bildungsplanes deutlich wird.

 

Das Lernen mit Medien setzt sich in den klassischen Bereichen des Fremdsprachenunterrichts als Grundlage zum Erwerb sprachlicher und kultureller Fähigkeiten auch in der Kurs-stufe fort:  
Im Kompetenzbereich „Hör- und Hörsehverstehen“ rücken neben medial vermittelten Alltagsgesprächen, einzelnen Filmsequenzen, Clips und Kurzfilmen nun auch „Fernsehsendungen, Spiel- und Dokumentarfilme“ in den Fokus (S. 48).
Im Kontext des strategischen und methodischen Wissens steht auch das Leseverstehen in Zusammenhang mit der Medienbildung, da Texterschließungstechniken wie Mind maps und Clustering auch digital umgesetzt werden können.
Auch im Kompetenzbereich „Sprechen“ werden die Grundlagen der in den Klassen 5 bis 10 erworbenen Kompetenzen des Bereichs „Produktion und Präsentation“ aufgegriffen und vertieft: Von den Schülerinnen und Schüler wird in der Kursstufe verlangt „vertraute und auch weniger vertraute Themen klar strukturiert und adressatengerecht unter Verwendung geeigneter Vortrags- und Präsentationsstrategien“ darzustellen und „den eigenen Standpunkt differenziert [zu] begründen, auf Nachfragen sachgerecht ein[zu]gehen, Erläuterungen [zu] geben und auch gegebenenfalls spontan vom vorbereiteten Konzept ab[zu]weichen.“ (S. 51).

 

Der spiralcurriculare Aufbau des Bildungsplanes Französisch wird mit Blick auf die Verankerung der Medienbildung auch im Kompetenzbereich „Schreiben“ deutlich:  Aufgegriffen wird die bereits in 7/8 erworbene Fähigkeit „Hilfsmittel  zum Verfassen und Überarbeiten von eigenen Texten [zu] verwenden (u.a. digitale Nachschlagewerke)“ (S. 65). Das Verfassen von Texten persönlicher, aber auch standardisierter formeller Natur (u.a. commentaire personnel, innerer Monolog, Dialog, Blogeintrag, Leserbrief) wird gepflegt und ausgebaut.
Der Kompetenzbereich „Text- und Medienkompetenz“ vervollständigt die medienbildnerischen Fähigkeiten beim Französischlernen auch in der Kursstufe. Wie in Klasse 9 und 10 sind die Schülerinnen und Schüler weiterhin angehalten, ausgewählte Medien – auch digitale – sowie die durch sie vermittelten Inhalte [zu] nutzen. Hinzu kommt nun die Fähigkeit, diese auch „kritisch [zu] kommentieren“ (S. 57). Beispielhaft angeführt werden  die „Internetrecherche für ein Praktikum oder einen Ferienjob im frankophonen Ausland“ (S. 57). Im Rahmen der „Interkulturellen kommunikativen Kompetenz“ wird auch die Filmbildung weiter aufgegriffen: So kann beispielsweise die Analyse einer Filmszene dazu dienen, „gehörte und gesehene Informationen aufeinander [zu] beziehen und gegebenenfalls mit Unterstützung in ihrem kulturellen Zusammenhang [zu] erklären“ (S. 57).
Die Leitperspektive Verbraucherbildung wird auch in der Kursstufe implementiert, indem der Blick für die Rolle der Medien als mögliche Einflussfaktoren geschult werden soll (Bsp. Werbung) (S. 57). Das Gestalten und Präsentieren von Arbeitsergebnissen „mit geeigneten Medien“ wird weiterhin erwartet.

 

Insgesamt zeigt sich im Bildungsplan 2016 für das Fach Französisch also, dass die Medienbildung entscheidender Teil des Französischlernens ist, die ein individuelles und lebenslanges Fremdsprachenlernen unterstützt.

Ausgewählte Praxisbeispiele

Unterrichtsmodul: Geschichten aus Afrika - Contes africains

Französisch, Kursstufe, GY: Französischsprachige Kurzgeschichten aus Afrika werden in bildnerische oder szenische Darstellung umgesetzt.weiterlesen

Unterrichtsmodul: Café et Cigarette – Gedichtinterpretation multimedial

Französisch, Klasse 10–13, GY/RS: Über das Nachspielen und das digitale Aufnehmen von Schlüsselszenen finden die Jugendlichen Zugang zu einem französischsprachigen Gedicht.weiterlesen

Unterrichtsmodul: Dans Paris, à vélo…

Französisch, Klasse 10, RS/WRS/GY: Unternommen wird eine virtuelle Stadtbesichtigung zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der französischen Hauptstadt, wobei das Fahrrad das Fortbewegungsmittel ist.weiterlesen

Weitere Anregungen für die pädagogische Praxis